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20.2.2020 Webredaktion

Die bereits laufenden Baggerarbeiten finden laut BfS 11/20 des WSA Hamburg bis voraussicht Ende November 2020 durch vier Tieflöffelbagger und sechs Klappschuten statt.

16.4.2020, Götz Nietsch

Die Fahrrinnenanpassung auf der Elbe mit ihren vielen Baggerarbeiten, Ablagerungsflächen und in der Folge mit Aufschlickungen und Aufsandungen in den Nebenflüssen, Nebenelben und kleinen Häfen macht der Sportschifffahrt ziemlich zu schaffen. Das Forum Tideelbe, in dem neben Behörden, Verwaltung, Wirtschaft und Verbänden auch die Gruppe Nedderelv, der Hamburger Seglerverband und der Hamburger Motoryachtverband vertreten sind, versucht die Interessen aller Beteiligter, der Wirtschaft, der Anrainer sowie der Liebhaber und Nutzer der Elbe zu berücksichtigen, damit die unerwünschten Folgen nicht zu drastisch werden. Das hat zu gewissen Erfolgen geführt, aber in den Nebengewässern und Häfen wurde es dennoch flacher. Wassersportler leiden darunter. Der von Hamburg eingerichtete „Elbefonds“ ist noch nicht für Entschädigungen geöffnet worden. Noch weniger können die Fische, Vögel und Wasserpflanzen gegen ihr schwindendes Revier protestieren. Allerdings stehen sie, anders als die Sportbootfahrer, unter dem Schutz europäischen (Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie und deutschen Rechts. Das sieht vor, dass die Betreiber der Fahrrinnenanpassung für Ausgleichsmaßnahmen sorgen müssen.

Wer hätte aber gedacht, dass sich auch den Sportbootfahrenden und nicht nur den Stinten und dem Wasserfenchel durch solche Ausgleichsmaßnahmen „neue Lebensräume“ eröffnen können? Die Betreiber der Fahrrinnenanpassung der Elbe (Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes und Hamburg Port Authority) geben eine informative Website heraus, auf der nicht nur die Vertiefungs-, Verbreiterungs- und Begradigungsmaßnahmen der Fahrrinne erläutert werden, sondern auch die Ausgleichsmaßnahmen. Dort heißt es u.a.: Eines der wesentlichen ökologischen Probleme der Tideelbe ist der seit Jahrzehnten andauernde Verlust an „gewässermorphologischer“ Vielfalt, d.h. an dem Nebeneinander von Sandflächen, Schlickwatt, tidebeeinflusster Ufer- und Vorlandzonen, Flachwasser- und Tiefwasserregionen, von strömungsgeprägten und strömungsberuhigten Abschnitten. Heute haben menschliche Eingriffe und natürliche morphodynamische Prozesse die Tiefwasserregionen und die Wattflächen vermehrt, die offenen Sandflächen, Flachwassergebiete und ruhigen Uferbereiche aber vermindert. Damit geht die örtliche Artenvielfalt zurück, und auch die Lebensbedingungen von Wanderfischen und Zugvögeln erschweren sich.

Eine der geplanten Maßnahmen ist, Flachwasserregionen, „naturnahe“ Uferabschnitte und Sandflächen wieder zu vergrößern. Und siehe da, die Schwarztonnensander Nebenelbe, schon seit Jahrzehnten aufgeschlickt, von Kielbooten kaum mehr befahrbar und fast vergessen, wurde von den Planern für geeignet befunden, für eine solche Maßnahme zu dienen und sie dazu herzurichten. Auf der Website wird erklärt: Die heute stark verlandete Schwarztonnensander Nebenelbe ist für ein solches Vorhaben außerordentlich gut geeignet. Es ist geplant, sie durchgehend auf eine Solltiefe von NN -3,0 m zu vertiefen und besser an den Hauptstrom anzubinden. Damit sollen bisher trocken fallende Gebiete in ihrem stromauf gelegenen Abschnitt wieder während des gesamten Tidezyklus überflutet werden. Im benachbarten Vorland, dem Asseler Sand, sollen ca. 900 m vorhandener Uferbefestigungen rückgebaut werden. Es entsteht hier zusätzlich eine Bucht von ca. 19.300 m² Größe – das entspricht knapp drei Fußballfeldern – mit Anschluss an den Flachwasserbereich der Schwarztonnensander Nebenelbe. Diese sogenannte Uferschlenze bietet einen guten Lebensraum insbesondere für Kleinorganismen und laichende Fische. Die übrigen Flächen des Vorlandes werden dem natürlichen Bewuchs mit der Entwicklung von Hochstaudenfluren und Schilfröhrichten überlassen.

Um dieses Ziel zu erreichen, muss der Schlick in der Nebenelbe bis zum Sandhorizont abgetragen und irgendwo eingelagert werden, wo er nicht zu Schwebstoffen gelöst wird, die sich anderswo wieder ihre Ruhezonen suchen.

Wenn das Vorhaben aber abgeschlossen sein wird, das soll planmäßig im Sommer 2020 sein, dann werden wir auch als Segler unseren Nutzen daraus haben. Die Nebenelbe wird mit der neuen Gewässersohle eine Wassertiefe bei mittlerem Niedrigwasser von etwa 1,73 Metern (bei Spring etwas weniger) und bei mittlerem Hochwasser von etwa 4,63 Metern über eine Breite von 150 Metern haben und dann für manche Kielschiffe sogar bei Niedrigwasser befahrbar sein. Mit einer Betonnung wird man nicht rechnen dürfen; schlimmer wäre ein Befahrungsverbot.

Quelle: www.fahrrinnenanpassung.de

 

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