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Wir erinnern uns. War da nicht was von Heinrich Böll? Aber Spaß bei Seite: Unsere Anlage Eckernförde hat zurzeit keinen Obmann. Zum ersten Mal seit 36 Jahren fehlt die „ordnende Hand“, nachdem die bisherige nach kurzem Gastspiel abschiedslos in Richtung Rendsburg entschwand. Um zu beweisen, dass es auch ohne Führung geht, kamen die Lieger auf die Idee, ihr Sommer-Steg-Grill-Fest mit dem Motto eines Jubiläums zu schmücken. Aber was für eins? War die Anlage vor 30 Jahren oder schon vor 40 Jahren vom SCE übernommen worden? Den Obmann konnte man aufgrund Abwesenheit nicht befragen. Er hätte die Frage wohl ohnehin nicht beantworten können.

Sind Clubhaus und Steg nun nicht nur ohne Hüter, sondern auch zeitlos? Die Lieger – na ja, fast alle – kümmern sich auch ohne Antreiber um Haus und Steg und Bojenfeld, und was da so alles mit verbunden ist. Die Frage nach dem Alter des SVAOe-Außenpostens blieb aber zunächst ein Geheimnis. Die SVAOe-Geschäftsstelle wurde nicht konsultiert, auch Vorsitzender oder Kommodore blieben ungefragt. Man einigte sich auf den Mittelwert: 35 Jahre. Auch falsch, lässt sich die Zahl aber zu einer Art Jubiläum hinbiegen.

Reichlich spät erinnerte man sich des Kommodore. Der ist – wie es bei einem gezeugtem Kind manchmal vorkommt – „einer der Väter“ (der Anlage, um Missverständnissen vorzubeugen) Als Mitschuldiger erinnerte er sich an genau an den Stichtag und als Historiker an das denkwürdige Datum der Übergabe, den 23. Juni 1978. Da in Mathe immer schlecht, überließ er den zurzeit hüterlosen Wasserwanderern das Nachrechnen.

Nach ausführlicher Debatte einigten sich die maßgebenden Fachleute auf 36 Jahre. Das ist kein Jubiläum. Auch wenn man ein bisschen herumrechnete, wurde es nicht besser. 3 Dutzend Jahre, 434 Monate (bis heute) – nein, es ging nicht auf. Und die Tage setzen einen Rechner voraus. Also: Augen zu und durch. „Da kann kommen was will“ (Zitat: Harald Baum). Maßgebend ist das Datum der geplanten Sause, und das steht schließlich in der von Anja Grosse entworfenen künstlerischen Einladung. Da war das Clubhaus sichtbar abgebildet, so dass jeder Karl May-Leser den Ort des Geschehens ohne „Navi“ ermitteln konnte.

Die Lieger, nicht alle, aber die üblichen Verdächtigen, rotteten sich zusammen und organisierten ein fulminantes Fest mit reichlichem Essen und Trinken, um deren Vernichtung sich Beteiligte und Unbeteiligte, Neumitglieder wie alt gediente Segler und Stegler, bemühten. Der Vorstand leistete in Anbetracht der infolge schwerer Arbeit erschöpften Hafenarbeiter mit einer Kanne Bier erste Hilfe. Der Vorsitzende beteiligte sich kurz und der Kommodore längerfristig an dem Gelage, das sich sowohl im als auch auf der Terrasse vorm Clubhaus entwickelte. Reden störten nicht den Ablauf. Als fernste Gäste war das Ehepaar Günter und Margret Buschmann aus dem Teutoburger Wald angelockt, deren Motoryacht „Monsun“ aber wegen ihrer Übergröße im Yachthafen des SCE Quartier fand.

Das Wetter drohte mit einigen Schauerböen, hatte dann aber ein Einsehen und blieb trocken. Als gegen 22.00 Uhr Erschöpfung drohte, mischte Norbert Berg als Partylöwe den Laden noch mal richtig auf, so dass um Mitternacht noch lange kein Ende in Sicht war. So gab es zwischen Teebeutel-Weitwurf und Absingen der Hymne vom Liebesdrama zwischen dem erfahrenen Harung und seiner alten Flunder sowie anderem norddeutschen Liedgut zur Gitarre noch eine Menge Spaß.

Fazit: Das Haus ist nicht ohne Hüter – es hat sogar eine ganze Menge.

Titelzeichnung: Anja Grosse

Fotos: Uwe Teuchert

 

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