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 1.10.2019, Fabian Damm

Im Herbst 2018, als wir im Clubhaus von unserem J/24-WM-Erfolg am Gardasee berichteten, sprachen wir auch zum ersten Mal von unseren Ambitionen, 2019 an der J/24-Weltmeisterschaft in Miami teilzunehmen. Als Echo bekamen wir breite Unterstützung im Saal. Mit diesem Motivationsschub wurde die Idee zum ernsthaften Plan, und wir begannen anschließend mit den Vorbereitungen für unsere Reise in die USA. Auch wenn man in der Zwischenzeit vielleicht nicht viel darüber gehört hat, liefen die Vorbereitungen kontinuierlich weiter. Wir prüften und verwarfen die Möglichkeit, unsere J/24 aus Deutschland nach USA per Container zu verschiffen. Wir fanden großzügige Unterstützer, um uns bei den Kosten dieses Unterfangens zu helfen. Wir berieten mit dem „Juelssand“-Team über deren Erfahrungen bei der WM-Teilnahme in Kanada. Wir telefonierten uns durch die Segelszene des amerikanischen Südostens und schufen uns ein kleines Netzwerk an lokalen Augen und Ohren. Wir träumten über unsere Reisepläne.

Eine Unterkunft musste schnell gesichert werden, da bei 90 suchenden Crews die Betten in Hafennähe früh rar werden. Das Event wird am südlichen Rand von Miami im Regatta Park stattfinden, einer Gegend mit vielen breiten Straßen und einzeln stehenden Häusern. Wir fanden ein kleines Ferienhaus nah am Wasser, welches notfalls auch zu Fuß erreichbar ist und buchten es. Zur Kieler Woche kauften wir einen kompletten Satz minimal gebrauchter Segel zu einem unschlagbaren Preis und bestellten die benötigten Segelnummern. Der Transport unserer Segel wurde geplant und eine Liste erstellt über Ausrüstung, die wir sicherheitshalber mitnehmen wollen, um zu vermeiden, vor Ort mit ungewohntem oder unbefriedigendem Material arbeiten zu müssen. Wir reichten unseren Urlaub ein und guckten nach möglichen Flugverbindungen. Während der Sommer kam und ging, entwickelte sich unsere Rhetorik bei Planungsdiskussionen, und aus „könnten“ wurde zunächst „wollen“ und später „werden“.

Es schien, als kämen alle Planungsaufgaben voran, nur ausgerechnet beim Boot hakte es. Ein gutes Boot musste es sein, denn die „Juelssand“-Damen hatten es in Kanada bitter bereut, ein preiswertes Angebot gewählt zu haben. Sie mussten vor Ort ein nicht regatta- oder vermessungsfertiges Boot innerhalb von drei Tagen herrichten, um am Event überhaupt teilnehmen zu dürfen. Das sollte uns nicht passieren. Wir fragten viel herum in der amerikanischen J/24-Szene und erstellten Fragebögen für die Charteranbieter, um uns ein bestmögliches Bild vom Angebot machen zu können. Es war erst Mai, aber die Zeit drängte, weil auch andere europäische Crews nach Booten suchten. Relativ schnell waren wir uns einig, welches Boot wir wollten und bekamen dann auch eine Zusage per Telefon. „Alles klar“, dachten wir. Dann kann ja eigentlich nichts mehr schief gehen.

Wir baten unsere Kontaktperson, ein Segelfreund des Bootseigners, der sich um den Charterprozess kümmern sollte, umgehend darum, einen Vertrag auszuarbeiten, um alles amtlich zu machen, doch das sollte nicht sobald passieren. Woche für Woche verstrich und bei jedem nachfragendem Anruf wurden wir vertröstet, warum der Vertrag noch nicht fertig sei: Man sei Perfektionist und deshalb würde es so lange dauern. Man hätte viel zu tun am Wochenende. Nächste Woche würden wir den Vertragsvorschlag zu sehen bekommen. Als der mit Fehlern übersäte Vertrag dann endlich kam, dauerte es noch mal genauso lange, um die Fehler korrigiert zu bekommen. Durch Gespräche mit unseren anderen Kontakten waren wir uns zwar sicher, dass wir das Boot zum ausgehandelten Preis bekommen würden, aber dennoch blieb für uns ein Restrisiko. In der Zwischenzeit mussten Reisen kostenpflichtig gebucht und Meldegeld bezahlt werden. Der point of no return war lange überschritten und die Nervosität der Crew des „Hungrigen Wolfs“ wuchs immer weiter, während wir versuchten, den Vercharterter zum Handeln zu motivieren ohne ihn zu vergraulen. Zu allem Überfluss zog dann auch noch der Tropensturm „Dorian“ genau über die Region in den USA, in der das Boot in der Regel mit stehendem Rigg im Freien auf dem Trailer stand. Wir sprachen uns mehrfach gegenseitig Mut zu - „es wird schon alles klappen.“

Gestern, Ende September, war es dann soweit! Nach dem x-ten Anruf in den Staaten und unzähligen Nachfragen per E-Mail empfingen wir den gemeinsam ausgefeilten Vertrag endlich unterschrieben zurück. Auch der Tropensturm hatte das Boot nicht erwischt, weil es zu dem Zeitpunkt in der Werft eine brandneue Unterwasserschifflackierung bekam. Inzwischen sprechen wir nur noch direkt mit dem Bootseigner, was die Kommunikation erheblich beschleunigt hat. Somit sind wir guter Dinge und freuen uns, ein absolutes Top-Boot ergattert zu haben.

Dieses Wochenende (5./6. Oktober) haben wir noch die Deutsche Meisterschaft mit 20 Booten in Niendorf als optimales Vorbereitungsevent, und danach fangen wir an, unsere Sachen zu packen. Am 18. Oktober nehmen wir in Miami unser Charterboot entgegen, um es zur Vermessung vorzubereiten und zu trainieren und am 22. Oktober ist der erste Start.

Fabian Damm

Wir fahren mit unserer Stammcrew:

Vorschiff: Thorsten Paech

Mast: Moritz Böök

Pit/Taktik: Jonas Lyssewski

Trimm: Jannik Dühren

Steuermann: Fabian Damm

Verfolgt die Ergebnisse auf: www.j24worldsmiami.com


Wir posten auch hin und wieder auf instagram waehrend unserer Abenteuer unter dem handle: j24_hungriger_wolf

 

Titelfoto von Patrick Andersson

 

 

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