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04.10.2017 Bernd Blohm

Internationale Deutsche Meisterschaft der RC-Laser 2017

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Wie heißt es so schön: je oller, je doller. Ich kann es ja nicht lassen. Nach Minicupper und MicroMagic habe ich mir noch einen Laser zugelegt. Die möglicherweise vorhandene „midlife crisis“ geht aber nicht so weit, das ich mich in einen Neopren gezwängt auf dem bekannt kippeligen Einhandboot unter Wettbewerber mische, die im Alter meiner Tochter sind. Ich bleibe beim „Daumensegeln“ und habe mir daher einen RC-Laser zugelegt: Maßstab 1:4, Schot und Ruder bequem von Land aus steuern. Man bleibt weitgehend trocken und wenn mehr Wind kommt wird kurzerhand das nächst kleinere der 4 Riggs draufgestellt. Der interessierte SVAOer konnte diese Boote schon seit zwei Jahren bei der alljährlichen Tannenbaum-Regatta bewundern.

Diese Aussicht ließ mich im November 2015 zur Tastatur greifen und im Internet Shop den Laser bestellen. Zugegeben, ich hatte bislang wenig Zeit das Boot zu bewegen. Leider konnte ich aus Zeitmangel in den letzten eineinhalb Jahren nur zu 2 Regatten fahren. Es reichte aber für die Starterlaubnis bei der in diesem Jahr erstmals ausgetragenen „Internationalen Deutsche Meisterschaft“ zu bekommen. Der RC-Laser ist seit Kurzem eine offizielle DSV Klasse und daher auch die höchst offizielle Bezeichnung. Wie das Vorbild gibt es den RC-Laser rund um den Globus in allen Ecken der Welt. Er ist ob seiner Einfachheit sehr beliebt und wird von sehr guten Seglern gesegelt. Die alle zwei Jahre stattfindende WM wird dieses Jahr in Australien ausgetragen.

Da die IDM dieses Jahr in Lembruch am Dümmer stattfand, hatte ich mich entschlossen mal dabei zu sein und Erfahrungen zu sammeln. Mit Tjakko Keizer und Klaas Spaargaren waren aus den Niederlanden der amtierende Weltmeister und der 3. der WM 2015 angereist. Der  Vizeweltmeister und amtierende Europameister Dave Fowler aus England war auch zugegen. Dazu unter den deutschen Seglern nahtlos die 8 Besten der Rangliste 2016.

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Alles in allem führten so am Freitag 04.08.2017 insgesamt 26 Segler aus 4 Nationen Ihre Boote und Segel dem gestrengen DSV Vermesser unter die wachsamen Augen. Beim Laser ist im Grunde nur segeln mit dem ausgelieferten Modell erlaubt. Alle Bauteile sind im Original vom Hersteller zu verwenden. Nichts darf verändert werden. Sogar die Geschwindigkeit der Segelwinde wird gemessen. Nicht das noch einer pumpt!

Samstag ging es los: in 2 Gruppen nach einem speziellen System zur Abwicklung von Modellregatten wurde gestartet. Zu meinem größten Erstaunen konnte ich den ersten Lauf gewinnen. Danach blieb ich mit guten Ergebnissen immer in der A Gruppe und die Nervosität stieg mit jedem Rennen. Geht da doch was? Bei der Konkurrenz?

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Dann ein 13. ! Sch... na, mal sehen. Dann wieder 1. Es ging auf und ab. Nicht nur auf dem Wasser, weil auflandiger Wind mit ordentlichen Dümmer-Wellen echtes Hochsee – Feeling verbreitete. Auch das lange ruhig geglaubte Nervenkostüm kam etwas in Wallung...

Am Ende des ersten Tages zur Halbzeit stand dann Bernd Blohm hinter dem Weltmeister auf dem 2. Rang. Nie erwartet! Mehr oder weniger ungläubig von der „deutschen Elite“ betrachtet. Bei einem netten Grillabend musste ich dem Einen oder Anderen mal meinen seglerischen Hintergrund erklären.

Unter Anderem konnte ich berichten, dass ich bereits 1983 (!) mit Jahn-Peter Gnass in eben diesem Segel-Club Dümmer in Lembruch schon an einer Piratenregatta teilgenommen hatte.

Dann kam der Sonntag. Mit deutlich mehr Wind kamen auch noch mehr Wellen. Dazu kam noch etwas Gras, welches sich am Dümmer gern mal bei wechselnder Windrichtung und Stärke selbstständig macht und irgendwie von Kielen und Rudern angezogen wird...

Aber wir wollen und dürfen es nicht auf das Gras schieben. Eher kommt der Kopf ins Spiel wie bei jedem Wettkampf. Schlussendlich gewinnt immer der, der mental die größte Stärke aufzuweisen hat. Leider muss ich festhalten, dass ich es diesmal nicht war. Zuviel ging mir durch den Kopf: neues Boot, kein Training, trotzdem schnell, kann das angehen? Es war dann eben nicht ausreichend für eine IDM mit Top – Besetzung. Aber den „kleinen Titel“ als schnellster Deutscher konnte ich dann doch noch für mich entscheiden. Wenn es auch der schmerzliche 4. Platz insgesamt war, so bin ich mit dem Ergebnis extrem zufrieden.

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Die RC-Laser Klasse macht viel Spaß. Man trifft nette Menschen und es wird auf hohem Niveau um die Plätze gekämpft. An der Elbe sind leider kaum solche Boote beheimatet. Obwohl der RC Laser sehr praktisch ist. Man muss nicht basteln und das ganze Equipment passt in eine Tasche, die der Hersteller gleich mitliefert. Also auch ideal um es im Sommer mit aufs große Boot zu nehmen.

So konnten wir nach einem gelungenen Wochenende die folgende Reihenfolge für die erste internationale deutsche Meisterschaft der RC Laser festhalten:

1. Tjakko Keizer       NED 180        WSV Aalsmeer

2. Marcel Bleeker     NED  26         KZC Rotterdam

3. Taco Faber           NED  01         RC Laser NED

4. Bernd Blohm        GER  19         SVAOe

5. Stefan Gote          GER 103        Seglervereinigung Hüde

Mein Dank geht an die vorbildliche Organisation des SC Dümmer! Hier zeigten sich Jahrzehnte Regattaerfahrung incl. der „Landbetreuung“ im Clubhaus mit bester Verköstigung an 2 Abenden!

Eine sehr gelungene Veranstaltung. Ich denke, ich werde weiterhin im RC Laser aktiv bleiben. Nächstes großes Ziel ist die Europameisterschaft 2018 am Zwischenahner Meer.

Bernd Blohm, GER 19

 

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