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24.2.2019 Webredaktion

Wer am Abend des 12. Februar kurz nach 18 Uhr zum Klöhnschnack in den Clubhaussaal kam, wähnte sich auf der falschen Veranstaltung. Der Saal war leer. Nur Sabine werkelte hinter dem Tresen, und prachtvoll aussehende Platten mit belegten Brötchen lockten zum Verzehr. Dabei sollte doch ein hochinteressantes Thema auf dem Programm stehen. Helge v. d. Linden war angekündigt, in seiner bekannt lockeren Vortragsweise Wissen zur Bootsreparatur mit den von seiner Firma vertriebenen Produkten zu verbreiten. Irgendetwas war wohl schief gelaufen mit der Terminkommunikation. In der Tat ist der Februar ein besonderer Monat. In seiner letzten Woche findet stets die Jahreshauptversammlung statt, und 14 Tage vorher muss eine Mitgliederversammlung stattfinden, um die Wahlvorschläge bekanntzugeben. Vielleicht überfordert das die Mitglieder.
Wie dem auch sei, der Saal blieb längere Zeit fast leer. Die wenigen Unverdrossenen nahmen sich umso mehr der Brötchen an. Dann tröpfelten langsam die wenigen Teilnehmer herein. Knapp 30 waren es am Ende. Die Weggebliebenen wissen leider nicht, was sie versäumt haben.
Unser Vorsitzender Dr. Stephan Lunau begrüßte die Versammlung und den Gast des Abends. Satzungsgemäß sind auf dieser Veranstaltung die zur Wahl auf der Hauptversammlung vorgeschlagenen Kandidaten bekannt zu geben. Der zu diesem Zweck berufene Wahlausschuss, bestehend aus Norbert Schlöbohm und Andreas Völker, war am Kommen verhindert. So gab Stephan bekannt:
Alle bisherigen Amtsträger erklären sich zur Wiederwahl bereit. Nur Michael Hampe als 1. Rechnungsprüfer möchte nach langen Jahren aufhören. An seiner Stelle stellt sich Hans-Jürgen Heise zur Verfügung. Weitere Wahlvorschläge sind nicht eingegangen.
IMG 4025Anschließend trat Helge v. d. Linden vor das leider schwach besetzte Publikum. Er weckte bereits mit seinen ersten Worten Interesse. Unter der Überschrift „Das Loch muss weg“ hatte er sich vorgenommen, Wissen zu vermitteln, wie Bootseigner Reparaturen an Kunststoffbooten (Löcher, Risse, tiefe Schrammen usw.) selber vornehmen können. Die Mehrheit aller Rümpfe besteht aus Polyesterharz und Glasfasern, die älteren aus Voll-Laminat, die jüngeren in Sandwichkonstruktion. Zunächst wies er darauf hin, dass Polyester nicht dauerhaft wasserundurchlässig ist. Boote müssten also immer von innen gut belüftet werden. Baulich vorteilhafte Innenschalen seien dabei hinderlich. Für Reparaturen empfiehlt sich Epoxidharz mit Glasfaserverstärkung. Während Polyester bei der Aushärtung schrumpft (Lösungsmittel entweicht), bleibt Epoxid raumbeständig. Es hat weitere Vorteile: Es hat eine bessere Anbindung an angeschliffene Untergründe, ist elastischer als Polyester und dampfundurchlässig, hat höhere Dauerfestigkeit (keine Ermüdung), keine Geruchsbelästigung, ist universal einsetzbar (lässt sich spachteln, kleben, laminieren) und wird von Klassifizierungsgesellschaften empfohlen. V. d. Linden wählte das „West-System“ als Beispiel für die besprochenen Anwendungen.
Zur Auswahl der Verstärkungsfasern stellte der Vortragende verschiedene Gewebearten (Köper, Leinwand usw.) vor mit ihrer unterschiedlichen „Drapierfähigkeit“, um sich an Körper mit verschiedenen Radien anpassen zu können. Auch Multiaxialgelege und Abreißgewebe wurden erläutert. Mit Bildern stellte er die notwendigen Vorbereitungsarbeiten an der Reparaturstelle vor, das schräge Anschleifen (Schäften) sowie den Zuschnitt der Glaslaminate und Folien. Die Zuhörer hatten viele Fragen, die überzeugend beantwortet wurden und fühlten sich für die eigene Arbeit gerüstet.

 

 

IMG 4034Aber es kam noch besser. V. d. Linden zog sich einen Schutzanzug an und begann mit einer praktischen Vorführung. Er erklärte, wie wichtig ein aufgeräumter Arbeitsplatz und der Schutz der Hände und der Kleidung sei, wie eine Schere beschaffen sein müsse und was ein im Handel erhältliches Reparaturset alles enthalte. An einem vorbereiteten Musterstück führte er schrittweise die einzelnen Tätigkeiten vor, dabei stets witzig und treffend auf viele kleine Tricks hinweisend.
Zum Schluss machte er noch den Klarlack am Beispiel des Fabrikats Epifanes zum Thema. Er erläuterte den grundsätzlichen Aufbau von Lacken, der Harzsysteme, Zusätze und Lösungsmittel, der Untergrundvorbereitung und der UV-Beständigkeit. Der Abend hätte noch eine Stunde länger dauern können, so interessiert waren die Teilnehmer dabei. Aber nach 22 Uhr war die Ermüdung doch schon zu merken, reichte aber noch zu einem kräftigen Applaus. Ein lehrreicher Abend ging zu Ende, der einen vollen Saal gut vertragen hätte.

 

 

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